Konzert

Explosiver Klavierabend über dunkle Leidenschaften und dem Sinn des Lebens

1. März 2026, 17:00 ‑ 18:30

Wenn Haydns Musik ein Getränk wäre, so wäre es ein spritziges und erfrischendes Mineralwasser mit Kohlensäure. So beginnt auch der Abend mit Haydns Sonate Hob. XVI:49 in Es-Dur, welche den Hörer garantiert ein zufriedenes Lächeln über die Lippen zaubert. Im Gegensatz dazu steht Beethovens Mondscheinsonate, in der die Sonatenform auf den Kopf gestellt wird: Der langsame, durch tiefe Melancholie geprägte erste Satz tastet sich in den Klangraum hinein, während der in furiosem Eifer geschriebene dritte Satz das eigentliche Herzstück der Sonate ist. Der zweite Satz dient als Intermezzo oder "eine Blume zwischen zwei Abgründen" wie Franz Liszt es beschrieben hatte.

Nach der Pause erklingt Scriabins "Schwarze Messe": eine Kuriosität, die gleich einem exotischen Essen ein unerwarteter Genuss ist. Die Themen der Sünde und der Unschuld werden hier gegenübergestellt. Trotz der bittenden, sich wehrenden Jungfräulichkeit, wird sie Stück für Stück und unaufhaltsam von den teuflischen Gelüsten verschlungen. Das Werk türmt sich ab der Durchführung immer weiter auf und endet schließlich in einer haarsträubenden Ekstase. Zum Schluss des Konzerts wird Liszts Sonate in h-moll aufgeführt. Das hoch-virtuose Werk wird oftmals als Maßstab für pianistische Meisterschaft gesetzt, doch letztlich ist das Fesselndste, wie aus einem einzigen musikalischen Thema eine Myriade an Charakteren, Szenerien, Gefühlen und Empfindungen entsteht. Gleich dem Faust-Drama, welches stets mit Liszt in Verbindung gebracht wird, fängt das Werk in nachdenklicher Kontemplation an, und es stellt sich die Frage "was die Welt im Innersten zusammenhält". Anschließend wird der Teufelspakt geschlossen, und die Musik nimmt uns mit auf eine unvergessliche Reise durch die höchsten Himmel und die tiefste Hölle. Ob die Frage nach dem Lebenssinn beantwortet wird, oder ob Faust als armer Tor "so klug als wie zuvor" bleibt, das muss der Hörer für sich selbst herausfinden.

Der Deutsch-Mexikanische Pianist Christian Uebel hat im Alter von 7 Jahren in Caracas, Venezuela mit dem Klavierspiel angefangen. Der gebürtige Londoner hatte Unterricht bei zahlreichen Professoren und namhaften Pianisten. Bereits vor dem Studium hatte er ausgezeichnete Lehrer wie etwa Anthony Adkins in London oder Jean-Baptiste Milon in Den Haag. Anschließend hat er in Kassel beim Ugorsky-Schüler Michael Kravtchin sein Klavierstudium vollendet und Meisterkurse im In- und Ausland (Max-Reger-Konservatorium Meiningen, Hochschule für Musik und Theater Hamburg etc.) bei dutzenden Professoren und renommierten Musikern absolviert, z.B. Prof. Christian Wilm Müller, Prof. Stepan Simonyan, dem Morgenstern Trio, Cyprien Katsaris usw. Weitere musikalische Impulse hat er von Prof. Lisa Smirnova, Prof. Christian Petersen und Prof. Markus Groh bekommen. Zuletzt war Christian Uebel Schüler vom legendären russischen Konzertpianisten Igor Kamenz (der 77 Wettbewerbspreise gewonnen hat), bei dem er u.a. Beethovens letzte Klaviersonate Opus 111 verfeinert hat.

© Foto(s): C. Uebel


Veranstalter

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